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Shahla Ujayli

Nach ihrem ersten Roman The Cat’s Eye (2006), der in der arabischsprachigen Welt mehrfach erschien, und für den sie 2010 den Jordanischen Staatspreis erhielt, schrieb Shahla Ujayli Persian Carpet und kam damit (2013) auf die Shortlist des Global Award for the Arab Novel [Booker Prize].

Ihre sprachlich elegant geführten Romane zeichnen sich durch starke Protagonistinnen aus, die ihre eigenen Entscheidungen treffen und Konflikte mit der patriarchalischen Gesellschaft in Kauf nehmen. Mit ihrem dritten Roman, Unser Haus dem Himmel so nah, der es 2016 auf die Shortlist des Booker Prize schaffte, gelingt es Shahla Ujayli, nach dem Muster der verschachtelten 1001 Nacht das Sujet des Frauenromans in einer Welt zu etablieren, wo ansonsten nur Männer und Söhne heldenhaft sind.

Shahla Ujayli, 1976 in Raqqa geboren, in Aleppo aufgewachsen, ist heute Professorin für Literatur in Ammann. Als Wissenschaftlerin machte sie sich einen Namen mit den Monografien The Syrian Novel: Experimentalism and Theoretical Categories (2009) und Cultural Particularity in the Arabic Novel (2011).

Immer wieder kehrt Shahla Ujayli in ihren Romanen, wie in einer Recherche nach Raqqa und Aleppo zurück, die vor den Augen des Lesers als lebendige, sprudelnde Metropolen erstehen und einen Alltag skizzieren, den die westliche Welt seit dem Exodus der syrischen Bevölkerung völlig aus dem Blick verloren hat. Den Krieg und das dadurch entstehende Chaos als primäre Lebensbedingungen zu stigmatisieren – als lebten Syrer in Friedenszeiten vorzugsweise in Zeltstädten –, diesen Blick der westlichen Welt entlarvt Shahla Ujayli durch die Auferstehung Aleppos als Sehnsuchtsort seiner Bewohner, die die Sorgen und Hoffnungen aller Menschen teilen.